Hobbys sind so eine Sache.
Hat man eins ist es gut oder eben auch nicht.
Ich hab ein Hobby das mir eigentlich sehr gut tut, es entspannt mich und ist oft das einzigste gewesen mit dem ich Abstand gewinnen konnte und das mir den Kopf frei machte.
Das lässt sich auf zweierlei Arten ausüben.
Real und Digital.
Inzwischen übe ich es wieder aus, wenn auch nur Digital.
Für anderes wäre aber auch kein Platz.
Angefangen davon das es keinen Platz mehr für Leinwände mehr gibt: Dort wo sie vorher aufbewahrt wurden wurde zugunsten vieler Decken geräumt.
Wären die Decken dort aber nicht hingezogen dann würden sie das Schlafzimmer noch immer verkruschteln.
Ich kann das Hobby auch alle paar Wochen mal bei einem Bekannten ausüben, aber das ist mehr frustrierend als erbauend.
Nicht weil das keinen Spass machen würde, sondern weil man a) weiß das die Arbeit jetzt wieder lange ruhen muss und b) das es zuhause keine guten Bedingungen gibt es zu vollenden.
 
Selbstverständlich kann ich mich nicht einfach in die Malerei zurückziehen, ich kann aber auch nicht einfach ne ganze Nacht an nem Bild arbeiten wie es früher manchmal möglich war.
Im Dunkeln kann ich schon ne Weile nicht mehr malen, hab aber akzeptiert das anderes immer wichtiger war als einfach mal, wenn man sich sowieso mit nix anderem beschäftigt, ne Lampe für mich mitzubestellen.
 
Jetzt muss ich mir aber wieder dreinreden lassen wie ich mein Hobby ausübe.
Plötzlich WILL man ne Lampe mitbestellen. Selbstverständlich nicht ohne darauf hinzuweisen das ich das gefälligst ja schon selbst hätte machen können.
Und selbst wenn ich es gekonnt hätte:
ICH WILL NICHT MEHR AUF LEINWÄNDEN MALEN, GANZ EGAL WIEVIEL MIR DAS GEGEBEN HAT!
ICH WILL MICH NICHT MEHR ÄRGEN TOLLES LICHT ZU VERPASSEN,
ICH WILL NICHT MEHR TAGELANG EIN BILD IM KOPF HABEN DAS ICH NIE UMSETZEN KANN.
ICH WILL NICHT MEHR AUF DIESE ART GELÄHMT WERDEN!
 
Dann lieber klein und digital.
Tut nicht weh wenns versaut wird, tut nicht weh zu löschen, brauch sehr viel weniger Zeit und der Kopf dreht sich auch ned dauernd um die eine Technik oder die eine Farbe oder das kleine Extra das noch fehlt.
 
Ist es so schwer zu akzeptieren das ich selbst groß genug bin um zu entscheiden wann ein Hobby nicht mehr zu den Umständen passt und ich es aufgebe?
 
Das gibts doch nicht.
Man kann nicht maulen weil man eine monatealte Entscheidung noch immer nicht wahrhaben will und den der sich dafür entschieden hat als kindisch abstempeln und einen wunderbaren Abend aus Eigentrotz wieder ins Miese ziehen.
 
Ich dachte das wäre mein Hobby gewesen und nicht deins.
 
 
 
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